Verbreitung von Nachrichten über Netzwerke
Posted on January 4, 2005
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nein, ich meine nicht physische Netzwerke, sondern ich meine Netzwerke von Menschen, die zB über Blogs miteinander in Kontakt stehen. Innerhalb dieser Netze verbreiten sich manchmal Nachrichten äusserst schnell, manchmal auch nicht.
Gerade im letzten Artikel sprach ich am Beispiel von Izynews von Superspreadern. Was das sein soll und warum das so wichtig für das Verständnis von Blogs ist kann man im Artikel von der ZEIT – Ziemlich verknotet>> – nachlesen.
Auszüge:
Newman gehört zu einer neuen Strömung meist junger Wissenschaftler rund um den Globus. Ihr Forschungsgebiet: komplexe Netzwerke. Ihr Mantra: Netzwerke sind überall. Die Organisationsstruktur von al-Qaida ähnelt dem Sexualverhalten schwedischer Männer und dem E-Mail-Verkehr Kieler Studenten. Die Ausbreitung von Sars folgt einem ähnlichen Muster wie die chemischen Reaktionen in einer Hefezelle. Sogar zwischen dem amerikanischen Stromnetz und einer 60-köpfigen Delfinpopulation in einem neuseeländischen Fjord entdecken die Forscher Gemeinsamkeiten. Mit einer neuen Theorie der Netzwerke wollen sie nun ein Werkzeug entwickeln, um die Welt zu verbessern. Netzwerktheorie, so das Versprechen, hilft Viren zu bekämpfen, Konflikte zu lösen und Unternehmen zu führen…
Das Ergebnis erscheint aus heutiger Sicht plausibel. Private Homepages mit wenigen Links sind in der Überzahl, Web-Seiten wie Google, Amazon und eBay dagegen sind bekannte Knotenpunkte, so genannte Hubs. Doch in den Lehrbüchern der Mathematik wurden Netzwerke bis vor kurzem als Resultat von Zufallsverzweigungen behandelt. Random Graphs heißt das Forschungsgebiet für Hubs war darin kein Platz…
Tatsächlich fanden die Forscher ein paar Seiten mit mehr als 1000 Links und zahlreiche Seiten mit einigen Dutzend. Die meisten Web-Seiten verwiesen jedoch nur auf zwei oder drei andere. Statt einer Glockenkurve folgte die Verteilung einem Potenzgesetz der Form y= 1/xn. Barabösi prägte den Begriff des skalenfreien Netzwerks, weil es keine charakteristische Skalen oder Größenordnungen aufwies…
Stefan Bornholdt von der Universität Leipzig studierte den anonymisierten E-Mail-Verkehr von 10000 Kieler Studenten. Das Ergebnis veröffentlichte er im Fachblatt Physical Review: Einige Vielschreiber erwiesen sich als regelrechte E-Mail-Hubs. Sie hatten mit 300 Kommilitonen Kontakt. Die meisten tauschten allerdings nur mit ein paar Leuten E-Mails aus. Ebenso wie die Linkverteilung des Web lässt sich das soziale Netz der Kieler Studenten mit einem Potenzgesetz beschreiben.
Und das ist wirklich genial:
Hubermans Team fütterte den Rechner mit dem elektronischen Postverkehr von knapp 500 Kollegen. Der Administrator hatte Adressaten und Absender zwei Monate lang protokolliert. Nach ein paar Stunden Rechenzeit kannte Hubermans Computer die informellen Hierarchien bei HP. Er identifizierte Informations-Hubs, die häufig angemailt wurden, sowie 66 Communities of Practice Gruppen, die viel kommunizieren, aber nicht unbedingt derselben Abteilung angehören. Mit der E-Mail-Spektroskopie können wir Teams und Führungspersönlichkeiten automatisch erkennen, sagt Huberman. Unternehmen mit mehreren tausend Mitarbeitern könnten so herausfinden, ob ihr Organigramm mit den tatsächlichen Arbeitsbeziehungen noch übereinstimmt. Die Selbstanalyse der HP-Forsch
Wenn die Theorie einigermassen stimmt und sie hört sich recht plausibel an, da man das Gleiche in der Blogosphere beobachten kann, macht es das Verständnis der Verbreitung von Nachrichten zwischen Blogs einfacher.
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One Response to “Verbreitung von Nachrichten über Netzwerke”
[...] Und natürlich Die Zeit online: Ziemlich verknotet (via blogbiz) Da machte es schon einen Unterschied, wen es betraf. Es sind die Big-Hubs … [...]