L’État, c’est moi – Le Blog, c’est moi
Posted on January 16, 2005
Filed Under | 1 Comment
Arne Trautmann bietet eine schöne Zusammenfassung zu einer Betrachtungsweise, die zu ergründen versucht, warum Blogger manchmal so eifersüchtig ihre Worte, Inhalte und Bilder schützen:
Es scheint derzeit Konsens zu werden, dass Feeds nutzen darf, wer lieb ist, auch kommerziell; nicht nutzen darf sie, wer böse ist. Das klingt erst mal wirr.
Ist es auch. Aber auch wiederum nicht, wenn man das liest und versteht:
Etwa der – inzwischen zu Recht vergessene – Aufschrei um die „News“ sollte uns daran erinnern, dass allzu oft auch immer nur stupide das nachgeschwatzt wird, was der Erste losgackert.
Diese wellenartige Ausbreitung von Themen – ich habe sie an anderer Stelle beschrieben – bedeutet jedoch nicht nur, dass Themen eine Eigendynamik entwickeln. Es bedeutet im Umkehrschluss natürlich auch, dass man auf die Idee kommen kann, unreflektierte Eigendynamiken lenken zu wollen oder zu können. Man muss dazu die Einstellunge der Mehrheit der Blogger kennen, man sollte die Netzwerkknoten kennen und man sollte wissen, wohin welche Stränge verlaufen. Ist das nun nützlich oder schädlich? Die Frage wird sich wohl nicht stellen, denn ich bin mir irgendwie sicher, dass PR Agenturen 2005 beginnen werden, erste Experimente zu starten.
Comments
One Response to “L’État, c’est moi – Le Blog, c’est moi”
Nun, es dürfte zumindest ein weiteres “Spin-Tool” sein. Die Amerikaner machen das ja: Herrschaaren von Bloggern wurden von den Parteien im Wahlkampf als Grassroot-Meinungsmacher eingesetzt. Man hat versucht, “Meinungsknoten” zu schaffen und genug “Schreibvieh” zu finden, das nachplappert.
Geschickter ist es freilich (und wir sicher auch gemacht), nicht Knoten zu schaffen, sonden die Credibility von bestehenden Knoten auszunutzen. Das passiert in der “normalen” Pesse ja alle Nase lang, wenn der Chefredaktuer mal wieder eine Einladung zur Vernissage / zum Essen / fürs Wochenende (“bringen’s Ihre Frau Gemahlin mit!”) findet. Man wird sich daran gewöhnen müssen, dass das auch in der Blogszene geschieht.