wenige Geschäftsreisen US-Blogger

Posted on January 17, 2006
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die Bloggroßmacht USA wartet mit über 8 Mio Bloggern auf. Allerdings, es sind darunter kaum Travleblogs von Geschäftsreisenden zu finden. Die NY Times dazu im Artikel On Business, and Blogging on the Road:

“When your boss is reading your blog, you say to yourself, ‘Well, maybe I shouldn’t write about staying at the Ritz-Carlton,’ ” she said. Perhaps Ms. Gradwohl’s experience helps explain why more business travelers don’t blog. An Internet search for full-time business travelers who write Web logs produces astonishingly low numbers, considering the eight million Americans whom the Pew Internet and American Life Project say publish a blog.

Diese Einstellung mag nicht überraschend klingen. Denn, einerseits schielt der Chef mit Sicherheit auf das Blog (“hat der nix besseres zu tun, der soll schaffen…”). Andererseits handelt es sich schlichtweg um ein Zeitproblem:

Why haven’t business travelers embraced blogging yet? “It’s probably a time issue,” said Patrick Gray, whose blog (www.patandmeg.com) chronicles the almost nonstop travels of a management consultant. “The easy part is getting the blog set up and working on the templates. The hard part is finding the time to write for it.”

Ein dritter Aspekt, der nebst Zeit und Chefmonitoring hinzukommt, ist die Konkurrenz:

Even a mention that you are in a particular city may sometimes be enough information for a competitor to surmise what is going on,” he said. As an example, “I have been especially circumspect in blogging about my recent job hunt,” he said. “Some things are simply better to keep private, and these things often go hand-in-hand with business travel.”

Sicherlich kommt ein weiterer Faktor hinzu, nämlich die Verbindung ins Netz. Das wird von Land zu Land und Region zu Region unterschiedlich sein. In Deutschland hält UMTS im Geschäftsverkehr langsam aber sicher Einzug. Ein ideale Technik, gerade wenn man mit dem Auto viel unterwegs ist und eine Rast macht (Flieger und Bahn wiederum etwas anderes).

Aber, wo liegt der Nutzen? Oder sind die o.g. Nachteile gar keine?
Zeit: Ruhephasen, in denen man nicht direkt am Kunden ist, sind immer vorhanden. Was macht man also abends im Hotel? Bloggen zB. Da kann sich auch der Chef nicht beschweren. Es sei denn, der Betriebsrat dreht der Firma daraus einen Strick, da der Mitarbeiter laut deutschen Regelungen nicht länger als 22:00 Uhr arbeiten darf (solange keine Schicht, etc…).

Konkurrenz + Chefmonitoring: Muss es denn immer ein offenes Blog sein? Muss jeder Artikel für jeden lesbar sein? Man kann mit heutigen Blogtechniken ohne Probleme bestimmte Artikel nur bestimmten Lesergruppen zur Verfügung stellen (Expression Engine bietet hierzu eine prima Gruppenverwaltung an, um Leserrechte genau zu steuern). Muss der Chef immer mitlesen? Mehr Geschäftliches wird dem Chef zur Verfügung gestellt, mehr Privates wird dem Chef vorenthalten, dafür können die Familie und Freunde mitlesen. Es sind alle möglichen Kombintaionen denkbar, verschiedene Eigeninteressen und Fremdinteressen unter einen Hut zu bringen. Niemand schreibt vor, daß alle Blogartikel für jedermann zugänglich sein müssen. Nebst diesem Blog-Kontakt on the road gegenüber dem Chef und der Familie ist natürlich das Geschäftliche ebenso im Vordergrund zu sehen, der eigentliche Kern. Es ist nicht undenkbar, daß aus dem Travelblog des Mitarbeiters neue Businesskontakte mit Lesern vor Ort ausgebaut werden (“Kommen sie doch bei uns vorbei, ich sehe sie sind bald bei uns in der Region…”).

Travelbloggen? Das Blog als virtuelle Networkingmedium mit dem Funkenüberschlag ins Reale, da – ein Ausspruch eines Freundes – das echte Bier stets besser schmeckt. People is Business!

via Gastgewerbe Gedankensplitter

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