Die Rheinische Merkur über Weblogs: Die öffentliche Kundenmeinung

Posted on January 20, 2006
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Rheinische Merkur: Online-Tagebücher revolutionieren die Unternehmenskommunikation. Plötzlich wird bekannt, was Kunden und Mitarbeiter wirklich denken…

Und eine Botschaft, die ich nur unterstreichen kann:

Mit dem vollständigen Besitz der Marke, dem Brandownership, ist es vorbei in Zeiten des Internets, sagt Rappold [Inhaber der österreichischen Agentur Knallgrau]. Meine Marke ist vielmehr in den Händen meiner Kunden, und ich muss mich positiv fragen, wie ich damit umgehe. Um die Kommunikationshoheit nicht ganz abzugeben, lautet Knallgraus Empfehlung: sich auf eine Ebene mit den Kunden begeben, sich auf Augenhöhe mit ihnen unterhalten. Mit klassischen Presseaussendungen werde man immer weniger Menschen erreichen… Der Blog dagegen bedeutet Kommunikation, er demonstriere, dass hinter der Marke und dem Unternehmen Menschen stehen, die im besten Fall auch eine gewisse Leidenschaft für ihr Tun an den Tag legen. Ich bin der Überzeugung, so Rappold, in zwei Jahren gibt es kein Dax-30-Unternehmen mehr, das keine Blogging- Strategie hat.

Dieter Rapold nennt das Beispiel Microsoft, die intensiv auf das Thema Blogging setzen:

Trotz der Gratwanderungen setzen US-Unternehmen, so schätzt Rappold, bereits weit mehr auf die neue Social Software. Selbst Unternehmen mit wenigen Fans wie der US-Software-Riese Microsoft machten, so Rappold, gute Erfahrungen mit ihren fast 1000 Blogs, in denen ihre Produktmanager über aktuelle Softwareentwicklungen talken. Die jeweiligen Experten berichten dort über die Entwicklung von Excel, dem Internet Explorer oder anderen Softwareprodukten und bekommen in der Regel rund 80 Kommentare von interessierten Beobachtern. Würde Microsoft sich ein solches Feedback per Fokusgruppe holen, müssten sie dafür bezahlen, so Rappold. Die Investition, die von vielen deutschen Unternehmen gescheut wird, lohne sich. In Österreich, so sagt der Wiener Unternehmer, habe seine Agentur einen leichteren Stand als die Kollegen in Deutschland.

Und Blogs können aufgrund ihrer Simplizität auch intern statt kompex bedienbaren Knowledge Management Systemen eingesetzt werden:

Klassische Unternehmens-Wissensmanagement-Systeme erklärten Mayfield und Euan Semple von der britischen BBC, wo ebenfalls intensiv mit Wikipedia-Seiten, einer Art kooperativer Enzyklopädie, und mit Blogs gearbeitet wird. Wir hatten vorher Webmaster, welche die kompliziertesten Organisations- und Team-Plattformen aufgesetzt haben, so Semple. Seit wir Blogs nutzen, brauchen wir die fast gar nicht mehr. In klassischen Intranets, so bestätigt auch Rappold, gab es einen Webmaster, der publizierte, was ihm geliefert wurde. Mit einer Blog-Lösung können dagegen alle Mitarbeiter gleichberechtigter, schneller miteinander kommunizieren.

Wer komplexe Systeme kennt, weiß sehr genau, dass die Akzeptanz seitens der Anwender in den Keller geht. Denn die Mitarbeiter haben wenig Zeit, sich mit einem System auseinaderzusetzen und auch von vornherein eine gewisse Anti-Haltung gegenüber Neuen, aufgrund ihrer IT Erfahrungen aus der Vergangenheit. Blogs überraschen da ungemein positiv “wie, das ist schon alles, so einfach geht das. Das kannte ich bisher nur andersherum!”.

Comments

One Response to “Die Rheinische Merkur über Weblogs: Die öffentliche Kundenmeinung”

  1. Jörg on January 31st, 2006 21:18

    — schnipp —-
    Wer komplexe Systeme kennt, weiß sehr genau, dass die Akzeptanz seitens der Anwender in den Keller geht. Denn die Mitarbeiter haben wenig Zeit, sich mit einem System auseinaderzusetzen und auch von vornherein eine gewisse Anti-Haltung gegenüber Neuen, aufgrund ihrer IT Erfahrungen aus der Vergangenheit.
    — schnapp —

    Das ist ja soooo wahr und ich erlebe es täglich. Da gehts zwar nicht um Blogs, sondern nur um die Nutzung unseres HelpDesks. Wenn ich da erst mit Blogs kommen würde …. ich schätze das mich 60% völlig idiotisch angaffen würden ….

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